Eingeklemmte Personen, die um Hilfe rufen. Zwei Feuerwehrfahrzeuge mit Martinshorn und Blaulicht auf Anfahrt zum Unfallort. Doch das alles war Teil unserer Übung in der technische Hilfeleistung.
So sah es bei uns am Samstag im Gewerbegebiet aus. Wir übten den Ernstfall „Verkehrsunfall“ in zwei Szenarien, und danach konnten die Feuerwehrler noch fleißig mit dem hydraulischen Rettungssatz und Vielem mehr üben. Unterstütz wurde die Wehr durch Dr. Frederic William aus dem PSNV-Team des Kreisfeuerwehrverbands Dachau. Frederic konnte den Feuerwehrleuten einige wertvolle Tipps mit auf den Weg geben.
Szenario 1:
Zwei PKWs waren miteinander kollidiert wodurch einer auf ein paar Holzstämmen zum Stehen kam. Aus diesem galt es eine Person zu befreien die verletzt war, was über Schmerzensschreie mitgeteilt wurde. Als erstes galt es die verunfallte Person zu betreuen, bis das Fahrzeug durch die Kameraden sicher unterbaut war, sodass keine Gefahr des Wegrutschens durch das Fahrzeug mehr Bestand. So konnte der sogenannte „Innerer Retter“ sich nun auch ins Fahrzeug begeben um die Person weiter zu betreuen. Mit gemeinsame Kräften gelang es, den Verletzten im Fahrzeug schonend auf das Spineboard zu legen und zu befreien. Im selben Augenblick wurde auch die Verkehrsabsicherung durchgeführt und eine weitere Person im zweiten PKW betreut. Diese Person befand sich in einen guten Allgemeinzustand und Kameraden Betreuten die Person bis diese an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Danach konnten die Kameraden sich noch mit Spreizer und Schere am Fahrzeug ausprobieren. Auch durfte mit dem Glasmanagement die Frontscheibe „zersägt“ werden. Hierbei ist für die Kameraden zusätzlich zur normalen persönlichen Schutzausrüstung noch weiteres Equipment zu tragen. Eine Schutzbrille sowie eine Atemschutz-Maske (FFP2), denn bei dem Zersägen der Scheibe entsteht feinster Glasstaub der sich beim Einatmen auf der Lunge absetzen kann.
Nach dem erfolgreichen ersten Szenario, wurden die Geräte aufgeräumt und ordnungsgemäß im Fahrzeug verlastet. Um dann von der „Übungsstelle“ abzurücken und auf das zweite Szenario zu warten.
Szenario 2:
Wieder an der Einsatzstelle angekommen übernahm ein Teil der Kameraden die Verkehrsabsicherung ein anderer Teil richtet alle Geräte für die technische Hilfeleistung her. Ein Kamerad übernahm sofort die Betreuung der verunfallten Personen, in dem er durch ein offenes Fenster zu den Verunfallten in den PKW stieg. In diesem Fall war ein Hindernis neben der Fahrertüre sowie der Beifahrertüre platziert worden, zusätzlich wurde die Fahrertüre im Hindernis verkeilt. Wodurch sich das Erreichen der verunfallten Personen extrem schwierig gestaltete. Das Auto wurde dementsprechend ein Stück nach vorne gerollt um die Fahrertüre zu lösen, um dann das Fahrzeug nach hinten rollen zu können. So waren keine Hindernissen mehr im Weg. Der leicht verletzte Fahrer konnte mit Hilfe aus dem Auto aussteigen und wurde weggeführt. Die Beifahrerin war schwer verletzt, hier musste mit dem hydraulischen Rettungssatz eine seitliche Öffnung hergestellt werden, um die Rettung durchzuführen. Zwischenzeitlich kam der aufgelöste Fahrer wieder an den Einsatzort zurück und wollte zu seiner Beifahrerin, wovon er abgehalten werden musste. Nachdem die Beifahrerin das Bewusstsein verlor wurde eine Crash-Rettung veranlasst, somit wurde die Patientin so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug geholt, aufs Spineboard gelegt und abtransportiert.
Als auch dieses Szenario erfolgreich beendet wurde, übten die Feuerwehrler noch das Retten einer verunfallten Person aus dem Fahrzeug über die Heckklappe. Dieses vorgehen wird auch “tunneln” genannt, hier wird die Person durch den Kofferraum des Fahrzeugs gerettet ohne das die Einsatzkräfte das Dach des PKWs abnehmen.
Fazit:
Zum Abschluss der Übung gab es noch eine kurze Besprechung in der Jeder sagen konnte was ihm aufgefallen ist. Erster Kommandant Marcus Huber fügt nach der Besprechung an: „Es hat Spaß gemacht, Euch zuzuschauen. Es ist sehr gut, leise, zügig und ordentlich gearbeitet worden. Wenn wir rausfahren, dann weiß ich, dass ich mich auf Euch verlassen kann.” Ebenfalls sprach er einen Dank an die zwei Unfallopfer, Sarah Schwarzfischer und Marcel Buchhorn aus. Die sich trotz des schönen Wetters die Zeit nahmen mit uns zu üben.
Als das Übungsprogramm abgeschlossen war, sah man bei allen Beteiligten wie viel körperlicher Belastung sich die Kameraden aussetzen. Doch von der guten Laune ließen sich die Kameraden und Kameradinnen der Feuerwehr Sulzemoos nicht abbringen. Anschließen wurde der Tag im Gerätehaus in gemeinsamer Runde mit angefeuertem Grill und kühlen Getränken beendet.























